Rezension: Alle müssen mit von Lo Malinke

Bildquelle Fischerverlage

















Broschiert: 336 Seiten
Verlag: Fischer
Preis: Broschiert 14,99 und E-Book 12,99

Kurzbeschreibung:
Die Geschwister Inge, Klaus und Uwe haben schon vor langer Zeit jeden Kontakt zueinander abgebrochen. Doch als ihnen der Notar eröffnet, dass sie das Erbe ihres Vaters nur ausgezahlt bekommen, wenn sie zusammen nach Polen reisen um dort seine Asche zu verstreuen, müssen sie sich notgedrungen gemeinsam in einen Kleinbus setzen. So beginnt eine Reise ins Ungewisse voller Abenteuer und unerwarteter Erkenntnisse.

Meine Meinung:
Als ich die Kurzbeschreibung gelesen habe, dachte ich mir das ist bestimmt ein lustiger Familienroman. Doch ich wurde schnell eines besseren belehrt, denn diese Geschichte hat Tiefgang.

Inge ist die älteste der Geschwister und ich würde sagen, dass sie gerne das Kommando übernimmt und so tut als ob ihr das alles nichts ausmachen würde. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und vertritt ihre Meinung, was manchmal nicht besonders gut ankommt.

Klaus ist der mittlere und denkt er hat sein Leben gut im Griff. Von allen dreien war mir Klaus trotz seines Problems am sympathischten. Er hält sich zurück wenn es sein muss und er denkt über seine Fehler nach.

Uwe ist mehr der unscheinbare, der am liebsten gar nicht gesehen werden will. Er ist sehr sensibel und fühlt sich in seiner Haut nicht richtig wohl, was deutlich zu spüren ist. Die Abschnitte mit Uwe hab ich gerne gelesen, denn es hat mich sehr interessiert, wie er in bestimmten Situationen reagiert.

Jule hing in der Geschichte mittendrin, ohne wirkliche Aufgabe. Sie ist eine Mischung zwischen Inge und Uwe. Mal draufgängerisch und dann wieder das liebe Mädchen von nebenan.

Leider sind die Protagonisten für meinen Geschmack zu blass geblieben und sie wurden nur oberflächlich beschrieben. Es ging irgendwie alles so schnell, sodass ich mich gar nicht auf einen Charakter konzentrieren konnte.

Zum Teil überschlagen sich die Ereignisse und dann wiederum plätschert alles so ein bisschen vor sich hin. Natürlich kommen auch lustige Dinge vor, wo ich dann wirklich lachen musste.

Gut gefallen hat mir auch der Rückblick auf das Leben des Vaters und ich konnte so nach und nach etwas nachvollziehen, warum er so reagiert hat. Verstehen konnte ich die Gleichgültigkeit des Vaters zwar nicht, weil ich vieles anders gemacht hätte, doch er hat seine Gründe mit ins Grab genommen.

Der Schreibstil war sehr flüssig und abwechslungsreich zu lesen. Ich konnte mich entspannen und war auch durch die Umgebungsbeschreibungen mitten drin. Gerade die Erzählungen von Polen fand ich faszinierend und die Gastfreundlichkeit hat mich sehr überrascht, da man das von Deutschland ja nicht unbedingt gewöhnt ist.

3 von 5 Punkten!

Kommentare:

  1. Hallo liebe Sonja,

    mir ging es genau wie Dir, habe zunächst den Klappentext gelesen und ging davon aus, dass es sich um eine humorvolle Familiengeschichte handelt - auf Tiefgang wäre ich wohl (auch aufgrund des farbenfrohen Covers) nicht gefasst gewesen. Danke für Deine ausführliche und ehrliche Rezension!

    Liebe Grüße, Tanja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sehr gerne Tanja. Bin immer ehrlich mit meinen Rezensionen!

      Löschen
  2. Hallo Sonja,

    ich habe dieses Buch vor einigen Tagen gewonnen, warte aber noch darauf. Schade, dass es dich nicht so recht begeistern konnte, dabei klang der Klappentext so vielversprechend. Ich werde mich mal überraschen lassen :o

    Liebe Grüße
    Diana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Diana!
      Vielleicht gefällt es dir ja besser :-)
      Lg Sonja

      Löschen