Interview mit Silke Schütze

Hi!
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

Ich durfte Silke Schütze interviewen. Ich habe schon viele Bücher von ihr gelesen und bin von jedem Einzelnen total begeistert und ich bedanke mich ganz herzlich für deine Zeit. Hier habt ihr einen kleinen Einblick aus ihrem Leben:
Copyright Armin Plöger
Magst Du Dich bitte kurz vorstellen?
Gerne, ich bin Silke Schütze, lebe in Hamburg, bin verheiratet und habe eine Tochter.

2. Du hast schon viele Bücher geschrieben. Was ist Dein Lieblingsbuch von Dir?
Hm, das ist ungefähr so, als wenn man eine mehrfache Mutter fragen würde, welches Kind sie am liebsten habe. Ich mag alle meine Bücher und die Heldinnen und Helden in ihnen. Mir gefällt der unbekümmerte Schwung in „Schwimmende Väter“, ich mag die melancholische Stimmung in „Rechts und Links vom Glück“, das Gefühl von Aufbruch und Neuanfang in „Kleine Schiffe“, die Sehnsucht in „Erdbeerkönigin“, die verschmitzte Komik in „Rosmarintage“. Das wichtigste Buch wiederum ist immer das, an dem ich aktuell arbeite.

3. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Weil ich zwei größere Geschwister habe und mich als Kind manchmal gemopst habe, wenn die beiden morgens in der Schule waren, brachte meine Mutter mir schon mit fünf Jahren das Lesen bei. Damit war ich, nach ihren Worten, „für alles andere verloren“. Ich war und bin eine ausgesprochene Leseratte und als meine Mutter mich mit 16 fragte, was ich denn mal machen wolle, sagte ich ohne nachzudenken: „Schreiben.“ Ich bin am allerglücklichsten, wenn ich schreibe, da vergesse ich alles, da fühle ich mich sicher und richtig. Allerdings ist es auch das Einzige, was ich neben Couscous kochen ganz gut kann.

4. Kannst Du davon leben oder hast Du noch einen anderen Job?
Ich schreibe nicht nur Bücher, sondern arbeite auch als Journalistin. Insofern kann ich sagen, dass ich vom Schreiben leben kann. Meine Bücher stellen aber einen großen Teil meiner Arbeit dar.

5. Wo und wie schreibst Du am liebsten?
Ich kann überall schreiben, weil ich dann in einen Raum in mir gehe, der unabhängig von meiner Umgebung ist. Ich schreibe ausgesprochen gerne in meinem Stammcafé Bacana (www.bacana-cafe.com), sonst sehr gerne auf dem Sofa – oder ganz old school am Schreibtisch.

6. Arbeitest Du gerade an einem neuen Projekt?
Ja, ich arbeite an einem neuen Roman. Diesmal reise ich in die Vergangenheit. Wenn man so ganz am Anfang steht, ist das ein bisschen so, wie neu verliebt zu sein. Man möchte das Geheimnis noch möglichst lange für sich im Herzen tragen. Ich hoffe, Du verstehst, dass ich deswegen noch nichts über das nächste Buch verraten möchte.

7. Wie gehst Du mit Kritik um – sowohl positiver als auch negativer?
Über positive Kritik freue ich mich natürlich und bin sehr häufig berührt und erstaunt, wie genau die Bücher gelesen und verstanden werden. Negative Kritik nehme ich natürlich zur Kenntnis und mache mir Gedanken darüber. Aber ich kann ja nichts mehr ändern und ich habe das Buch ja auch so gemeint, wie ich es geschrieben habe. Ich denke, das sind Geschmackssachen.

8. Hast Du erwartet, dass Du so erfolgreich wirst als Autorin?
Ich habe, ehrlich gesagt, gar nichts erwartet. Ich habe immer schon geschrieben, für mich, für die Schublade. Als ich in einem glücklichen Moment eine Lektorin kennenlernte, habe ich aus dieser Schublade etwas herausziehen können. Ich schreibe immer, ganz gleich, ob es für eine Veröffentlichung gedacht ist oder nicht. Ich muss einfach schreiben, sonst fühle ich mich schlecht.

9. Wie kommst Du auf die Ideen zu Deinen Geschichten?
Ich habe eher das Gefühl, dass die Ideen zu mir kommen. Figuren tauchen in meinem Kopf auf und wollen erzählt werden. Die Frau, die mit über 40 ihr erstes Kind bekommt; der alte Man, der hofft, einen Lebensfehler wieder gut zu machen; die Frau, die dachte, glücklich verheiratet zu sein, aber dann einem Fremden begegnet, der ihr Leben auf den Kopf stellt.

10. Welche Hobbies hast Du?
Ich mache jeden Morgen Yoga und ein bis zwei Mal die Woche gehe ich joggen. Ich spiele Klavier, probiere gerne neue Smoothie-Rezepte aus und züchte mit Begeisterung Kräuter auf meinem Balkon (klappt nicht immer).

11. Beschreibe Dich bitte mit drei Worten.
Romantisch, nah am Wasser gebaut, hilfsbereit.

12. Was denkst Du über uns Blogger?
Ich finde Buch-Blogger großartig. Die Vorstellung, dass es so viele besondere und besonders an Büchern und Literatur interessierte Menschen gibt, tröstet mich in dieser manchmal so erbarmungslosen Welt. Es ist wunderbar, dass Blogger über ihre Lektüre bloggen, mit welcher Hingabe sie Bücher sammeln und sich untereinander austauschen. Lesen und die Liebe zu Büchern verbindet Menschen – das demonstrieren Blogger immer wieder aufs Schönste. Und seitdem die Blogger die Buchmessen aufmischen, sind Leipzig und Frankfurt auch wirklich Feste!

Das aktuelle Buch von Silke Schütze:
An seinem 76. Geburtstag findet Max Engel im Internet die Liebe seines Lebens wieder, die Französin Rosalie. Also überredet er die unkonventionelle Altenpflegerin Tamara Finke, die in seinem Seniorenheim jobbt, mit ihm nach Südfrankreich zu fahren, um Rosalie zurückzugewinnen. Für beide beginnt eine Reise, auf der sie lernen, dass die Tage im Leben am schönsten sind, die nach Rosmarin duften.

Kommentare:

  1. Hallo Sonja,

    das ist wirklich ein sehr schönes Interview. Das neue Buch "Rosmarintage" hört sich wirklich ganz toll an :-). Schön, wenn man in dem Alter versucht seine große Liebe wiederzufinden.
    Nah am Wasser gebaut habe ich auch noch nie gelesen, wenn jemand sich beschreiben musste. Ich mag es, wenn Menschen zu emotional sind.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

    AntwortenLöschen
  2. wieder ein schönes und interessantes Interview mit einer tollen Autorin

    AntwortenLöschen