Rezension: Schlussstriche zieht man nicht mit Bleistift von Mary Lewis


Bildquelle Piper Verlag




Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Piper
Sprache: Deutsch
Preis: TB 10,00 und E-Book 8,99 €











Schlussstriche zieht man nicht mit Bleistift. Das ist auch Molly Taylors neue Devise. Denn als ihr Mann sie für eine Frau mit ausgeprägter Vorliebe für pinkfarbene Jogginganzüge und Porzellanfiguren verlässt, zieht sie kurzerhand mit ihren drei Söhnen in das Bed and Breakfast ihrer verstorbenen Tante Helena – zu ihrem exzentrischen Onkel Bertie, der als pensionierter Admiral zur See gern mal den Strand auf und ab patrouilliert. Und zu dessen Papagei, der mehr Schimpfwörter kennt als ein amerikanischer Gangsterboss. Aller Neuanfang ist schwer. Doch dann beginnen die Rosen im Garten zu blühen und erfüllen die Luft mit dem Duft von Sommer und Liebe ...

Ich mochte Molly von Anfang, weil ich mich mit ihr voll und ganz identifizieren konnte. Sie ist eine ruhige und bedachte Frau, die ihr Herz auf dem richtigen Fleck hat. Sie macht alles für ihre drei Söhne aber hat sie auch sehr gut im Griff. Molly ist gefühlvoll aber lässt sich nichts gefallen und setzt ihren Willen durch. Gerade ihren trockenen Humor habe ich geliebt. Manchmal vergisst sie sich leider selber und kommt erst zu spät darauf auch mal was für sich zu machen.

Es spielen viele weitere Protagonisten eine Rolle. Manchmal bin ich ziemlich durcheinander gekommen und musste überlegen wer das jetzt ist. Manche Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet, andere hingegen blieben etwas blass.  Vor allem aber hat mich der Zusammenhalt der verschiedenen Personen fasziniert, denn jeder hilft dem anderen. Die Kinder von Molly sind mir sehr ans Herz gewachsen, weil sie total authentisch rüber kommen.

Die Umgebung ist zauberhaft und gerne wollte ich selber dorthin entfliehen. Trotz der vielen Arbeit klingt alles idyllisch und zum abschalten von der Außenwelt. Die Beschreibungen sind wundervoll und ich konnte mir deutlich vorstellen, wie sich das Bed and Breakfast immer weiter entwickelt und Leben in die Bude kommt.

Der Schreibstil ist geradlinig und leicht zu lesen. An manchen Stellen war es aber sehr langatmig und ich habe gehofft, dass etwas Schwung in die Geschichte kommt. Molly krempelt ihr Leben zwar komplett um, aber für mich lief irgendwie alles zu perfekt und manchmal habe ich mir ein paar Wendungen gewünscht. Das Ende war zum Teil vorhersehbar und es gab keine Überraschungen.

Fazit:
Ein leichtes und schön zu lesendes Sommerbuch, in dem aber die Spannung fehlt. Authentische Protagonisten und ein verrückter Papagei bringen den Leser zum Lachen.





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